Jetzt wird es so langsam Frühling. Zeit für neue Motive. Eis, Schnee und Raureif sind jetzt passé. Und was kommt jetzt? Schneeglöckchen, die ersten Blüten im neuen Jahr?
Bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht – oder besser gesagt: Bitte nicht schon wieder!
Ich weiß, niemand ist perfekt. Deshalb habe ich auch gar nicht diesen Anspruch. Aber ich schäme mich fast, mich auf gewohntem Boden zu bewegen und zu zeigen, dass ich eine erschreckende Fantasielosigkeit, eine erschreckende Ideenlosigkeit und eine erschreckende Uniformität an den Tag lege. Immer wieder das Gleiche: Immer wieder im Frühling die ersten Frühlingsboten fotografieren.
Okay, ich verstehe, dass man als Mensch grundsätzlich auf „Neues“ abfährt, weil es einfach Glückshormone im Körper erzeugt. Aber es ist nichts Neues! Gänseblümchen oder Schneeglöckchen sind nicht wirklich etwas Neues. Wenn ich wenigstens eine neue Perspektive hätte, wenn ich wenigstens eine neue Idee hätte, wie ich das darstellen kann!
Aber einfach so von oben arrogant auf das Feld aus Schneeglöckchen runterfotografieren? Oder mich in den Dreck legen, weil man Tiere, Menschen und Pflanzen ja alle auf Augenhöhe fotografiert? Also im Dreck liegen und Gänseblümchen oder Schneeglöckchen auf Augenhöhe „vögeln“ (ablichten)? Bitte nicht! Das macht mir fast körperliche Schmerzen.
Ciao Ciao!