Das Bildsprache Element: Rahmen

Framing, auf Deutsch Rahmen, gehört zu den klassischen Gestaltungsmitteln der Fotografie und wird in praktisch jedem Fotolehrbuch behandelt. Für mich ist es weit mehr als nur eine Gestaltungsregel – es ist ein wichtiges Element der Bildsprache.
Links: Der Blick des Betrachters wandert nach links und stößt auf den Waldrand. Intuitiv wird klar: Hier gibt es nichts mehr zu entdecken. Ein größerer Bildausschnitt würde lediglich noch mehr Bäume zeigen – ohne zusätzlichen Bildinhalt.
Rechts: Dasselbe gilt für die rechte Seite. Auch hier bilden die Bäume einen natürlichen Abschluss des Bildes. Den Bildausschnitt weiter nach rechts zu erweitern, würde das Bild nicht bereichern.
Oben: Der obere Bildrand wird durch den blauen Himmel begrenzt. Auch hier entsteht der Eindruck: Mehr Himmel würde keinen Mehrwert schaffen. Ein Hochformat wäre deshalb die deutlich schwächere Wahl.
Unten: Am unteren Bildrand verhält es sich genauso. Die Wiese erfüllt ihre Aufgabe als Abschluss des Bildes. Mehr davon würde die Aussage des Fotos nicht verstärken.
So lenken alle vier Bildränder den Blick des Betrachters zur Bildmitte. Dort befinden sich die Häuser – das eigentliche Motiv. Das Framing sorgt dafür, dass der Blick nicht aus dem Bild herauswandert, sondern immer wieder zum Zentrum zurückgeführt wird.
Zugegeben: Die Häuser reißen einen Wolfratshauser nicht gerade vom Hocker. Wer hier lebt, sieht solche Motive jeden Tag. Doch genau darum geht es mir in diesem Beispiel nicht.
Entscheidend ist für mich die Erkenntnis, wie wirkungsvoll Framing die Wahrnehmung eines Bildes steuern kann. Dieses Gestaltungsmittel bewusst zu erkennen und gezielt einzusetzen, ist für mich ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer stärkeren Bildsprache. Wenn dann die wirklich interessanten Motive vor der Kamera stehen, möchte ich dieses Werkzeug ganz selbstverständlich nutzen können.
Die Bildsprache Elemente: Oben bzw. Unten


Die Bedeutung dieser beiden Elemente der Bildsprache entspricht weitgehend ihrer räumlichen Anordnung: oben und unten.
Bildelemente, die wir Fotografen im oberen Bereich eines Bildes platzieren, wirken auf den Betrachter meist wichtiger, erhabener, stärker oder überlegen. Dagegen werden Elemente im unteren Bildbereich eher mit Unterlegenheit, Schwäche, Abhängigkeit, Kleinheit oder geringerer Bedeutung assoziiert.
Diese Wirkung beruht auf unbewussten Wahrnehmungsmustern und kann gezielt eingesetzt werden, um die Bildaussage zu verstärken. Besonders deutlich wird diese Bildwirkung durch den bewussten Einsatz des Hochformats. Es betont die vertikale Anordnung der Bildelemente und verstärkt damit die Wahrnehmung von „oben“ und „unten“.
Im bekannten Porträt von Annie Leibovitz mit Elon Musk und seiner Mutter lässt sich dieses Prinzip ebenfalls erkennen. Seine Mutter ist etwas höher im Bild platziert – nicht viel, aber deutlich wahrnehmbar.
Annie Leibovitz nutzt hier außerdem ein weiteres Element der Bildsprache. Häufig wandert der Blick des Betrachters zunächst zu den hellsten Bildbereichen. Da Musks Mutter eine weiße Bluse trägt und sich vor einem dunkelgrünen Hintergrund befindet, fällt der Blick des Betrachters zunächst auf sie – und nicht auf den Milliardär.
Hinzu kommt, dass sie sich nahezu in der Bildmitte befindet – ein weiteres Gestaltungsmittel, das die Aufmerksamkeit des Betrachters lenkt.
Für mich zeigt dieses Bild sehr eindrucksvoll, wie mehrere Elemente der Bildsprache gleichzeitig eingesetzt werden können. Es ist daher kein Zufall, dass Annie Leibovitz zu den bekanntesten und gefragtesten Fotografinnen der Welt gehört. Dabei spielt es letztlich keine entscheidende Rolle, ob sie diese Bildgestaltung bewusst oder intuitiv gewählt hat. Die Wirkung der Bildsprache entfaltet sich beim Betrachter ebenfalls weitgehend unbewusst.
Bildsprache: von links nach rechts


Normalerweise lesen und schreiben wir in der westlichen Kultur von links nach rechts.
Mitten im Satz angekommen, liegt der Satzanfang bereits in der Vergangenheit, während der restliche Satz noch in der Zukunft liegt. Diese gewohnte Leserichtung beeinflusst auch unsere Bildwahrnehmung. Als Fotografen können wir sie deshalb gezielt als Element der Bildsprache einsetzen.
So liegt es nahe, die S-Bahn im oberen Bild als ins Bild hineinfahrend wahrzunehmen. Die S-Bahn im rechten Bild wirkt dagegen, als würde sie das Bild bereits wieder verlassen. Die Bewegungsrichtung von links nach rechts unterstützt diesen Eindruck und verleiht dem Bild eine unterschiedliche Wirkung – obwohl sich die beiden Fotos nur durch ihre Ausrichtung unterscheiden.
Bildsprache: Einsam und allein

Es wird oft gesagt, dass man allein sein kann, ohne sich einsam zu fühlen – und umgekehrt mitten in einer Menschenmenge zutiefst einsam sein kann. Obwohl beide Begriffe oft im selben Atemzug genannt werden, beschreiben sie völlig unterschiedliche Zustände.
- Allein beschreibt einen äußeren Zustand: Man ist ohne andere Menschen. Das muss weder gut noch schlecht sein.
- Einsam beschreibt ein inneres Gefühl: Man fühlt sich verlassen, isoliert oder wünscht sich mehr Nähe und Kontakte.
- Man kann allein sein, ohne einsam zu sein, zum Beispiel wenn man Ruhe genießt oder bewusst Zeit für sich nimmt.
Beide Zustände beschreiben jedoch starke emotionale Zustände und beide sind menschlich: Sowohl das Bedürfnis nach Rückzug (Alleinsein) als auch das Gefühl von Einsamkeit (als Signal, dass uns soziale Kontakte fehlen) sind völlig normale, menschliche Erfahrungen.
Allein sein ist eine Superkraft: Es hilft uns, zu uns selbst zu finden, kreativ zu sein und den Akku aufzuladen.
Einsamkeit ist ein Warnsignal: Sie funktioniert wie Hunger oder Durst – sie zeigt uns, dass uns etwas Lebenswichtiges fehlt: echte, tiefe Verbindung zu anderen.
Bildsprache: Leben

Leben ist überall möglich. Auch wenn es wie hier, nur für kurze Zeit möglich ist. Egal wie lange ein Leben dauert, dort wo sich die Chance bietet, wird sie wahrgenommen.
- Leben zögert nicht lange.
- Leben überlegt nicht lange: Soll ich oder soll ich nicht?
- Leben wägt nicht endlos lange die Risiken und Chancen gegeneinander ab.
- Leben nutzt selbst die kleinste Chance aus.
- Leben ist stark.
Bilder die Leben zeigen stehen für Kraft, Stärke, Mut, Ausdauer, Energie, Optimismus. Wer diese Attribute in seinen Bildern ausdrücken will, zeigt Leben.
Bildsprache: Tod

Das gleiche Motiv, nur ein paar Tage später. Aus Maus, basta, vorbei. Aber aufrecht bis in den Tod: Voller Stolz: Ich habe es wenigstens probiert. Ich habe gelebt.
Oder wie man so schön sagt: Verlierer finden Ausreden, Gewinner finden Lösungen.
Bildsprache Tod: Auch das gehört dazu: Tod, Ende, Niedergang, Vergänglichkeit. Wenigstens als Mahnung an die noch Lebenden: Nutze Deine Zeit, Du weißt nie wie lange Du hier bist.
Bildsprache Tod: Ein starker Ausdruck. Eine starke Aussage.
Widersprüchliche visuelle Kommunikation

Nochmals Bildsprache Tod. Aber widersprüchlich in der visuellen Kommunikation.
Im Tod ist man normalerweise nicht mehr aufrecht,. Und es scheint nicht lebendbejahend die Sonne. Der Farbkontrast ist in Ordnung. Grün mit Braun harmoniert zusammen. Aber der Tod ist kein harmonisches Ereignis, bzw. Motiv.
Das ist vergleichbar damit, wenn wir uns um täglichen Leben unterhalten (Verbale Kommunikation) und ein bestimmt Thema ausdrücklich verneinen aber irritierend dazu immer mit dem Kopf nicken. Also bejahende Signale aussenden. Oder wir bejahen ein Thema und schütteln immer den Kopf dazu. Kommunikation kann auch verwirren.
Verbale Kommunikation: Durcheinander Reden

Wir kennen alle die Situation, wenn wir uns in einem voll besetzen Restaurant oder in einem Bierzelt, mit anderen Menschen unterhalten wollen. Kaum möglich. Jeder redet durcheinander, die Hintergrund Geräuschs Kulisse ist nur schwer zu übertönen. Wir können alle zusammen singen aber nicht zusammen reden. Nur mit großer anstrengender Lautstärke können wir dagegen angehen.
Diesen Kommunikationsfehler können wir Fotografen auch machen. Könner wissen: der Hintergrund ist genauso wichtig wie das Motiv.
Visuelle Kommunikation: Hintergrund

Nur 2 Meter weiter nach links gehen und die Sache wird klar. Der Hintergrund verdeckt nicht mehr das Motiv. Das Bild hat eine klare, verständliche Aussage.
In jedem Fotolehrbuch steht die Aussage: Unsere Beine sind besser als jedes Zoom Objektiv.
Bildsprache: Aufsteigend, positiv

An diesem Thema hatte ich mich schon vor längerer Zeit versucht, dann aber entmutigt abgebrochen. Selbst in seinem Buch „Die Sprache der Fotografie“ geht Ted Forbes nicht über allgemeine Betrachtungen hinaus: Linien, Flächen, Farben, Drittelregel, goldener Schnitt, Komposition, etc.
Diese allgemeine Themen stehen in jedem Foto Lehrbuch. Und getreu der Devise. „Die Bücher die ich lese, schreibe ich mir selbst.“ bin ich nach wie vor fest überzeugt, dass dies ein interessantes Buch ergeben könnte.
Also ein Element der Bildsprache, mit dem wir Fotografen im Sinne von visueller Kommunikation etwas ausdrücken können sind auf- oder absteigende Linien.
Und wie es so ist, sind diese Elemente der Bildsprache mit Sicherheit kulturell geprägt, und gelten NICHT weltweit für alle Menschen in gleicher Weise.
Bildsprache: absteigend, negativ

- Aufsteigende Linien symbolisieren Aufschwung, Wachstum, Kraft, Optimismus.
- Absteigende Linien deuten auf Verlust, Ende, Abschwung,
Dies gilt zumindest für alle Bild Betrachter hier in Deutschland, Europa, der westlichen Welt. Jeder hat lieber steigende Börsenkurse wie fallende Kurse. Motive mit steigenden Linien findet man überall, direkt vor der Haustür. Dazu sind keine weiten Reisen notwendig.
Bildsprache: Aufwärts, optimistisch

Ich glaube fest an die Elemente einer gelungenen Bildsprache. Auch wenn es sich hier scheinbar nur um Geometrie handelt. Ich glaube dass Linien, die von links unten nach rechts oben ins Bild zeigen einen aufsteigenden, positiven, optimistischen Sachverhalt ausdrücken.
Doch irgendwie passt das welke, tote, absterbende Blatt nicht zu dieser positiven Aussage.
Bildsprache: Abwärts, Niedergang

Also habe ich das selbe Motiv nochmals mit anderer Kamera Position fotografiert.
Ja, ich weiß, dass sich Bildsprache nicht immer und nur auf Geometrie reduzieren lässt. Aber teilweise passt es zusammen.
Bildsprache: Wachstum

Wir Menschen wissen zwar, dass exponentielles Wachstum in der Natur nicht vorkommen kann. Aber jeder von uns, und wenn er nur eine einzige Aktie hat, hofft und träumt insgeheim drauf.
Bildsprache: Wachstum geht von links unten nach rechts oben. Ein optimistisches Zeichen, eine optimistische Bildaussage. Wer es nicht glaubt, der lese weiter:
Bildsprache: Niedergang

Das gleiche Bild wie oben nur vertikal gespiegelt. Die Tendenz zeigt eindeutig nach unten. (Schon wieder Geometrie in der Bildsprache).
Bildsprache ist wichtig. Auch wenn das Motiv nicht wie hier, das Hauptmotiv ist. Selbst wenn im Hintergrund etwas nach unten zeigt, löst es diese Reaktion beim Betrachter aus.
Übrigens: Heute wurde ein bekannter Politiker entlassen. Das Bild dazu: Er geht von links oben nach rechts unten eine Treppe runter. Das Treppengeländer geht ebenfalls von links oben nach rechts unten.
Ladenlokal in Wolfratshausen zu vermieten:

Auch dieses Bild hat eine Aussage. Natürlich.
Stell Dir vor, du besitzt eine Immobilie. Mitten in der Altstadt von Wolfratshausen.
Und da der bisherige Mieter aus Altersgründen sein Geschäft aufgibt, suchst Du einen Nachmieter. Und in Deinem Inserat zeigst Du mit einem (mit diesem) Bild, die Lage der Immobilie.
Würdest Du wirklich dieses Bild mit dieser Aussage verwenden? Ein Bild das Ruhe, Einsamkeit, Beschaulichkeit, die gute alte Zeit zeigt, ein Bild das suggeriert: hier ist nichts, aber wirklich gar nichts los? Ein Bild bei dem jeder Betrachter sich intuitiv frägt: Gab es denn 1926 überhaupt schon Autos, und wo sind die ganzen Pferdäpfel auf der Straße hin?
Der neue potentielle Mieter erkennt direkt: keine Menschen, keine Kunden, keine Kaufkraft, kein Geschäft, kein Gewinn, Nichts los!! Also, nein Danke!
Maus Tot Redner

Der bayerische Volksschauspieler Peter Steiner benutzte dieses Wort: „MausTotRedner“ als eine typisch bayerische, lautmalerische Wortschöpfung: Ein „Maustotredner“ ist eine lautmalerische Zusammensetzung aus dem Wort maustot und Redner:
Bedeutung: Ein Endlosredner bzw. ein „Labersack“, der so lange, eintönig und ununterbrochen redet, bis seine Zuhörer „maustot“ (also völlig ermüdet, gelangweilt oder sprachlos) sind. Gemeint ist also schlicht jemand, der einen mit seinen endlosen Monologen im wahrsten Sinne des Wortes „totredet“.
Dieses verbale Fehl-Verhalten beherrschen wir Fotografen mit unserer Bildsprache auch: Wenn unsere visuelle Kommunikation dem Bild Betrachter viel zu viel zeigt, erkennt er überhaupt nicht mehr das Wesentliche, den Kern einer Bild Aussage.
Wenn wir mit einem Weitwinkel Objektiv möglichst viel ins Bild zwingen, also „zu viel reden“, geht das Wichtige leider im „endlosen“ Wort Strom unter. Das gleiche gilt, wenn wir viel zu viele Bilder in einer Serie herzeigen. Dann sind wir im Sinne von Peter Steiner: „Bild tot Schlager“
In vielen Foto Lehrbüchern wird erklärt, dass Maler und Fotografen beide zwar Bilder erzeugen, dass aber der Weg dahin völlig unterschiedlich sei. Maler verwenden die additive Art. Sie fangen in der Regel mit einem leeren weißen Blatt an und fügen dann (additiv) Punkte, Linien, Flächen, Kleckse, Einzelteile hinzu, bis ihr Bild fertig ist.
Wir Fotografen verwenden die subtraktive Art. Wir konzentrieren und bei der Bildgestaltung auf das Wesentliche, auf das, was wir individuelle aussagen wollen, und richten die Kamera und den Blickwinkel so aus, dass unwichtige und störende Teile nicht im Bild enthalten sind.
Das spricht eigentlich dafür, dass wir ein Stativ verwenden, um bereits vor Ort in aller Ruhe im Display oder Sucher das Bild so zu komponieren wie wir uns das vorstellen.
Ein Maler ist ja mit seinem Bild auch nicht in einer tausendstel Sekunde fertig. Und wir Fotografen sollten uns auch die Zeit, die Ruhe und die Sorgfalt nehmen, unsere Kunst möglichst perfekt zu gestalten. Selbst wenn wir 2-mal oder 3-mal oder 100-mal das gleiche Motiv ablichten, bis uns das Licht perfekt passt. Dazu braucht man aber Leidenschaft, wie die Möwe Jonathan.
„Vordergrund macht Bild gesund“

Ein Zitat, welches wohl jeder Fotograf schon oft gehört hat. Welches er anerkennt, einsetzt und leider auch oft genug missbraucht.
Das hier gezeigte Bild ist mit seiner Aussage besser, als mit einer Drohne das gesamte Brückengeländer zu zeigen mit allen Nieten. Denn mit einer Total Aufnahme wären alle Nieten gleich klein und damit gleich schlecht zu erkennen.
Typischer Einsatz: Man zeigt mit der unteren Bildhälfte einen Wildbach mit großen, runden, abgeschliffenen Steinen, und das Wasser, welches um die Steine spritzt, wie es wild schäumt.
Um im restlichen Verlauf des Bildes, immer kleiner werdend, die Aussage: So wie unten im Bild im Detail gezeigt, geht es hier hunderte von Meter den Berg hinauf oder aus Sicht des Wassers: hinab.
Das zeigt dem Betrachter extrem deutlich wie die Realität aussieht. Eine klare Aussage die jeder sofort versteht. Besser als alle Steine gleich groß zu fotografieren.
Bild Tiefe

Der bisherige Ansatz, im Sinne des vorherigen Bildes wäre: Schau her lieber Betrachter, so steinig wie der Vordergrund es hier zeigt, geht es im gesamten restlichem Bild weiter. Der See ist voller Steine und die Berge im Hintergrund ebenso. Leider ist dem nicht so.
Oftmals wird in der Literatur die Betonung des Vordergrundes mit dem Weitwinkel, mit dem Thema Bild Tiefe empfohlen. Der Hintergedanke dabei: Die Realität in der wir uns täglich bewegen und die wir sehen und fotografieren, ist immer 3- Dimensional. Aber das Bild auf einem Sensor oder auf Dia ist nur 2 dimensional. Also müssen wir den Betrachter dabei unterstützen das Bild auch mit seinen 3 Dimensionen zu erkennen.
Der Vordergrund dient nur zur Erkennung der Bild Tiefe. Andreas Feininger zeigt dazu viele Beispiele, wie ein Bild Tiefe bekommt. Bild Tiefe dient jedoch nur als ein weiteres Element der Bildsprache. Und wenn ein Bid die Tiefe nicht ausdrücklich als Aussage hat, verwirrt es den Betrachter.
Und in vielen Foto-Lehrbüchern wird behauptet: jeder Mensch erkennt aufgrund seiner Lebenserfahrung automatisch die Tiefe und 3-Dimensionalität einer Aufnahme. Ein Bild mit den Tiefe-Elementen, die Andreas Feininger lehrt, kann es höchstens noch etwas unterstützen. Wenn es denn der Bildaussage dient.
Tiefe

Ja, dieses Bild hat Tiefe. Mehr aber auch nicht. Dieses Bild lenkt den Betrachter magnetisch zum Ende der Gleise. Und was sieht er dann dort: Nichts. Und dann fühlt er sich zurecht verarscht. Vielleicht schaut er noch ein zweites Mal und genauer hin.
Das kennen wir aus dem täglichen Leben. Auch da werden wir verbal mit falschen Versprechungen konfrontiert.
Wer weiss noch, welcher Politiker diesen Satz gesagt hat:.
„Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt. Und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“
Ausrufezeichen
Wir kennen Sie alle die Worte oder Sätze mit einem Ausrufezeichen am Ende. Auch in der Spache, werden die wichtigen Stellen besonders betont.
Dieses Stil-Mittel gibt es auch für uns Fotografen, wenn wir etwas ganz besonders betonen wollen, wenn wir den Betrachter direkt mit der Nase drauf stoßen wollen.

Eine Möglichkeit ist das Bokeh. Das Sujet ist scharf vor einem unscharfen, verschwommen Hintergrund. Diese Fotos lenken den Blick den Betrachters auf das Objekt, das wir ihm bewusst zeigen wollen. Er auch keine andere Chance.

Eine andere Möglichkeit der Aufmerksamkeits-Steuerung, ist die üppige Verwendung von negativen Raum. Da in diesem Bild nur wenig Interessantes für den Betrachter zu sehen ist, wird sein Blick automatisch auf diesen kleinen, unteren Teil gelenkt. Wir Fotografen sind uns also sicher, dass er auch wirklich den Teil des Bildes anschaut, den wir zeigen wollen und den der Betrachter auch besonders wahrnehmen soll.
Fragezeichen

Einer meiner Lieblings Autoren, ist William Neil. In seinem Buch: „Die Essenz der Landschaftsfotografie“ schreibt er: »Ich möchte lieber eine Aufnahme machen, die eine Frage stellt, als eine Aufnahme, die eine Frage beantwortet.«
Wir Menschen lieben Rätsel. Wir lieben bis zu einem gewisse Grad die Herausforderung, der Reiz etwas kompliziertes zu lösen. Herauszufinden wie etwas ist. Eine Hürde zu überwinden. Die Glücksforscher meinen sogar: „Glück ist eine Überwindungsprämie.“ Ohne dieses Rätsel-Interesse, gäbe es keine Krimis, keine Romane. Egal, ob als Buch oder Fernsehfilm oder im Kino. Und viele Wissenschaftler haben diese Neugierde sogar zum Beruf gemacht.
Das Rätsel darf aber meiner Meinung nach, nicht unlösbar sein. Wenn die Aufgabe zu schwer ist, wenn keine Lösung in Sicht ist, verlieren wir schnell die Geduld.
Es gehört zur menschlichen Sprache, dass wir Frageworte und Fragesätze aussprechen. Auch in der Literatur finden wir viele Fragezeichen. Deshalb ist es nur logisch und konsequent, dass wir Fotografen auch Bilder machen, die im Betrachter eine Frage auslösen. Rätsel machen unsere Bilder spannend.
Im Bild die Licht Reflexionen auf der Motorhaube eines Autos.
Spiegelbilder

Seit Jahren liebe ich es Spiegelbilder zu fotografieren. Ich finde Sie fast täglich in unmittelbarerer Nähe meines Wohnortes. Bisher war es mit ein Rätsel, warum ich auf meinen täglichen Foto Streifzügen immer und immer wieder so viele Spiegelbilder mit nach Hause bringe.
Subjektiv habe ich das Gefühl, dass ich ein unruhiges Berufsleben hatte. Und deshalb bin ich mir als Hobby Fotograf schon von Anfang an im Klaren, dass ich ganz besonders „Bilder der Ruhe“ liebe. Bis mir beim Schreiben dieses Textes zum Thema Spiegelbilder ein Licht aufgegangen ist: Besonders die seltenen und nahezu perfekten Spiegelbilder, wenn kein Wind, keine Ente die Wasseroberfläche bewegt, drücken eine ganz besondere Ruhe aus.
In der Fotografie haben Spiegelbilder in Seen oder ruhigen Flüssen eine starke künstlerische und symbolische Aussage. Sie transportieren bestimmte Stimmungen und Botschaften:
- Symmetrie und Harmonie: Eine perfekte, glatte Wasseroberfläche erzeugt eine natürliche Spiegelung, die zu einer starken Symmetrie im Bild führt. Symmetrie hat die Aussage: Ruhe, Ausgeglichenheit, Ordnung und pure Harmonie .
- Visuelle Tiefe und Raumgefühl: Durch die Reflexion wird das Motiv „verdoppelt“. Das schafft eine faszinierende optische Tiefe, die den Betrachter tiefer in das Bild hineinzieht und den Raum viel größer oder mächtiger wirken lässt, als er in Wirklichkeit ist.
- Ruhe, Stille und Meditation: Seen und ruhige Flüsse ohne Wellengang vermitteln ein Gefühl von absoluter Entschleunigung, Frieden und Einsamkeit. Das Foto lädt dazu ein, innezuhalten und den Moment auf sich wirken zu lassen.
- Zwei Welten (Realität und Illusion): Eine Spiegelung verwischt die Grenze zwischen oben und unten, zwischen Realität und Traumwelt. Das gespiegelte Abbild wirkt oft wie eine geheimnisvolle Paralleldimension.
Schatten

In der Fotografie sind Schattenbilder (auch Silhouetten) weit mehr als nur das Fehlen von Licht. Sie sind ein kraftvolles Gestaltungsmittel, das eine eigene künstlerische Sprache spricht.
Was bedeuten Schatten aus künstlerischer Sicht?
- Reduktion auf das Wesentliche: Indem Details, Farben und Texturen im Dunkeln verschwunden sind, wird das Motiv auf seine reine Form und Umrisslinie reduziert. Dies zwingt den Betrachter, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – meist auf die Körpersprache, Gestik oder die ikonische Form eines Objekts.
- Geheimnis und Anonymität: Schatten verhüllen die Identität. Ein Schattenriss eines Menschen ist universell und kann oft für jeden stehen. Das erzeugt eine gewisse Anonymität, aber auch ein starkes Gefühl von Geheimnis, Rätselhaftigkeit und Spannung.
- Dramaturgie und Emotion: Hartes Licht und tiefe Schatten (in der Fotografie oft als High Contrast oder Chiaroscuro bezeichnet) erzeugen sofort eine dramatische, emotionale Stimmung. Sie können Melancholie, Einsamkeit, aber auch Bedrohung oder pure Eleganz vermitteln.
- Das Spiel von Licht und Dunkelheit: Künstlerisch gesehen existiert der Schatten nicht ohne das Licht. Er betont die Helligkeit und verleiht dem Bild erst eine dreidimensionale Wirkung und Tiefe.
Wort, Satz und Sätze

In unsere Sprache besteht ein Satz selten aus einem einzigen Wort.
Wenn wir jemanden warnen wollen rufen wir STOP!
Auch das Wort Nein, gilt schon als kompletter, vollständiger Satz.
Doch das sind Ausnahmen. Um richtig verstanden zu werden, formulieren wir einen Satz mit mehreren Worten und oftmals sprechen oder schreiben wir sogar mehrere Sätze. So geht es uns Fotografen auch: In fast allen Bildern sind mehrere Aussagen vorhanden und in Ausstellung stellen wir oft mehrere Bilder aus.
In diesem Bild Beispiel erkennt der Betrachter ebenfalls mehrere Elemente der Bildsprache:
- Viel Himmel der die Farbe blau zeigt,
- einen Maibaum, der nur sehr klein am unteren Bildrand zu sehen ist,
- Zentriertes Motiv.
Die Bedeutung:
- Die Farbe blau hat eine bestimmte Wirkung auf uns Menschen.
- Motive die im Bild nur sehr klein angedeutet sind, gelten als unwichtig.
- Viel negativer Raum zwingt der Betrachter nach unten zu schauen.
- Zentrierte Bildteile strahlen Ruhe aus. Symmetrie und Harmonie.
Für einen Fotografen wirft dieses Bild natürlich eine Menge Fragen auf:
- Warum ist der Maibaum so klein?
- Warum ist er unten am Bildrand, wo er doch in der Realität so groß und hoch über uns in den Himmel ragt?
- Warum verwendet der Fotograf nicht die Drittel Regel? – Das ist doch Pflicht für gute Bilder!
- und wo bleibt der der Goldene Schnitt, die „göttliche Teilung“?
Bildhauer, Metallkünstler oder Kunstschmied?

Bildsprache ist kein exklusives Ausdrucksmittel für uns Fotografen. Mein Eindruck ist eher, dass es sehr selten vorkommt, dass Fotografen überhaupt an das Thema visuelle Kommunikation in Ihren Bildern denken. Reden tun sie jedenfalls nie darüber. Hauptsache das Licht stimmt. Dann kann man getrost abdrücken.
Dieses Denkmal steht in Wolfratshausen in der Maibaum Region. Der Künstler, es war angeblich Jürgen Batscheider der es gemeinsam mit einem Schlosser entworfen und hergestellt hat, will damit etwas ausdrücken, etwas aussagen.
Die Pose des Flößers, mit der typischen Haltung beim Steuern, erweckt den Eindruck von Kraft, Stärke, Hingabe, Anstrengung und setzt sich scheinbar über die Gesetze der Schwerkraft hinweg. Um diese zu verdeutlichen, habe ich die stark nach hinten geneigte Figur mit dem senkrechten Maibaum im Hintergrund aufgenommen.
Die Figur zeigt eindringlich die Original Bewegungen und den harten Arbeitsalltag der Flößer als Formensprache.
Kontext

Auch der Ort, an dem diese Skulptur aufgestellt wurde, ist bewusst gewählt. Da es eine Loisach Flößer Figur darstellt, ist sie natürlich direkt an der Loisach aufgestellt.
Stände diese Figur im Eingang der Stadtverwaltung, käme jeder Besucher bestimmt auf Idee, dass sich alle Stadt Angestellte, auch so hart, krumm und bucklig arbeiten, um den Bürgern dieser Stadt, den bestmöglichen Service zu bieten.
So ist auch der Kontext einer Kunst wichtig.
Schärfe: Ein wichtiges Element der visuellen Sprache

„Wer viel frägt, geht viel Irr!“ – Zu viele Meinungen verwirren – oder: Der eigene Weg zählt.
Ich habe erst spät in meinem Leben, so mit 70 Jahren, zur Fotografie gefunden. Und um die Lernkurve zu erhöhen und zu beschleunigen, habe ich das gemacht, was ich in meinem gesamten Berufsleben auch schon immer getan habe: Ich habe gelesen. Gelesen und gelesen und wieder gelesen.
Deshalb auch der erste Satz zu diesem Thema: „Wer viel frägt, geht viel Irr!“ Alle deutschen Foto Lehrbücher die es zurzeit gibt habe ich gelesen und fast auswendig gelernt. Und ich habe so viel gelesen, dass sich auch einiges wiederspricht, so dass ich am Ende gar nicht mehr wusste, was richtig ist.
Im allgemeinen wird behauptet, dass unser Blick auf Bilder zuerst auf die Teile gelenkt wird, die scharf sind. Das können und sollten wir ausnutzen. Der Betrachter versteht viel schneller und besser, was uns wichtig ist. Was das Bild zeigen, aussagen will. Und es gilt: Alle unscharfen Teile eines Bildes interessieren den Betrachter sowieso nicht. Hier kann er sowieso nichts erkennen.
Schärfe II

Schärfe und Unschärfe sind etwas, das es nur in Bildern (Fotografien) gibt. Wenn wir im Alltag durch unser Leben gehen und die Umwelt betrachten und anschauen, gibt es keine Unschärfe.
Unser Auge blickt unbewusst und rasend schnell auf alle markanten Bild Einzelteile, fokussiert bei jedem dieser Einzelbildern scharf, übergibt dieses Chaos dem Gehirn und siehe da: Wir haben die Illusion eines 100% perfekt scharfen Bildes. Auch wenn wir höchstens 10 oder 20 Prozent aller Details wirklich schaff angeschaut haben, leben wir in der Gewissheit: Ja, genauso so ist da draußen die Wirklichkeit.
Wir sind fest überzeugt: Ja, wir haben den Baum, sein Spiegelbild in der Loisach, den Kirchturm, die Brücke mit den Fahnen, etc. alles perfekt gesehen, scharf gesehen und wir wissen Bescheid. Das ist aber, wie oben erwähnt, nur eine Illusion:
Beantworten sie sich selbst die Frage, ohne das Bild oben noch einmal zu betrachten:
Wie viele Fahnen sind denn auf der Brücke?
Wie viele Fahnen werden denn in der Loisach gespiegelt?
Welche Uhrzeit zeigt der Kirchturm an?
Stimmt es, dass das Spiegelbild im Wasser etwas dunkler ist?
Wieviele Wolken sind am Weiß-blauen Himmel?
Ist der Bergwald hinter der Wolfratshauser Kirche noch grün oder gibt es schon herbstbraune Bäume?
Aktuell, temporär, engagiert



Täglich ist etwas Neues los. Die Medien sind voll damit. International (global), national und auch lokal.
Überlegen Sie einmal, wie viele Worte Sie täglich mit Bekannten und Verwandten, Arbeitskollegen, Clubkameraden über alltägliche aktuelle Themen reden.
Und das Thema dieser Seite ist: „Fotografen reden mit Bildern“. Sie drücken sich nicht nur mit Worten aus , nicht nur mit Texten, (Bücher, Dokumente, eMails) sondern sie kommunizieren visuell mit Bildern. Auch über alltägliche Dinge.
Sie drücken gekonnt Ihre Meinung, auch und gerade mit Bildern aus. Deshalb nennt man sie ja Fotograf.
Während ich diese Zeile schreiben, wird lokal hier in Wolfratshausen darüber diskutiert, ob das Wasser Wirtschafsamt einen winzigen Bereich des Loisach Ufers (siehe Bild) neu befestigen darf. Die Biber und „der Zahn der Zeit“, machen eine Ufer Renovierung nötig.
Und da einige Bäume gefällt werden müssen, gibt es jetzt einen lokalen „Sturm im Wasserglas“. 25 Bäume von ca. 25.000 Bäume hier im Ort (inkl. Bergwald) müssten gefällt werden.
Und hier sind Sie gefordert: Wenn Sie sich als Fotograf äußern wollen: Reden Sie visuell mit. Machen Sie Ihre persönlichen Bilder und veröffentlichen diese in der lokalen Presse oder der lokalen Facebook Gruppe.
Überlegen Sie, wie Sie Ihre individuelle Botschaft visuell umsetzen: In Farbe oder schwarz weiß, mit Spiegelbild oder ohne Spiegelbild, mit Tageslicht oder Nachts, mit blauem Himmel oder mit Regenwolken, usw.
Ihrer Fantasie sind KEINE Grenzen gesetzt.
Bestimmt haben Sie eine eigene Sicht der Dinge. Drücken Sie dies aus.
Visuell.
Mit oder gegen den Strom ?


Grundsätzlich sollten Sie sich überlegen, was Sie persönlich ausdrücken wollen. Wie ist ihre Persönlichkeit? Schwimmen Sie gerne mit dem Strom? Wollen Sie anerkannt, immer ein gutes Mitglied der Gesellschaft sein, oder haben bzw. spüren Sie gelegentlich die Neigung, auch mal eine eigene Meinung zu haben und diese auszudrücken?
An Ihren Bildern wird man sie erkennen!!!
Im Sommer 2026 war eines der beherrschenden Themen in den Medien: die lange Trockenheit.
Wie äußern Sie sich visuell dazu? Mit Bildern von Trockenheit, braune Herbst-blättern bereits im Sommer, oder zeigen Sie das Gegenteil? Schwimmen Sie mit dem Mainstream oder nicht?
Ich wohne in Wolfratshausen. Das liegt in Oberbayern, genau zwischen München und Bad Tölz. Im allgemeinen sagt man, hier ist die wasserreichste Gegend von ganz Deutschland. Wer hier wohnt, kann also beides mit Recht und Bild-Beweisen ausdrücken. Mir gefällt der Buchtitel von Reinhard K. Sprenger: „Die Entscheidung liegt bei dir!“
Doch Achtung. Egal ob Sie mit oder gegen den Strom schwimmen, Sie zeigen mit Ihrem Bilder-Beitrag zu den jeweiligen Themen, dass sie dieses interessiert. Dass sie dazu etwas sagen wollen. Egal ob Sie zustimmen oder ablehnen, das Thema beschäftigt Sie. Fragen Sie sich zuerst: Ist es das wert?
Doch das ist erst der zweite Schritt. Der erste wäre: Interessiert Sie dieses Thema überhaupt? Ist es Ihnen überhaupt Zeit, Arbeit, Engagement, wert? Betrifft Sie dieses Thema persönlich? Wenn Sie dies bejahen, dann stürzen Sie sich ins Getümmel. Machen Sie mit. Erheben Sie Ihre visuelle Stimme.
Bedenken Sie jedoch, dass die Zeit und Energie die Ihnen Ihr Einsatz kostet, an anderen Themen fehlt. Sicher haben Sie schon von den Stoikern gehört. Deren Lehre sagt: „Kümmere dich zu 100% um das, was du beeinflussen kannst. Und akzeptiere den Rest.“ Und: „Verschwende keine Zeit damit, dich über Dinge zu ärgern, die du nicht ändern kannst. Leg die Energie da rein, wo sie was bewirkt = bei dir selbst.“
Datums-Stempel

Wenn Sie wollen, dass der Betrachter Ihrer Bilder bemerkt, zu welcher Jahreszeit Ihre Bilder aufgenommen wurden, wenn dies also wichtig für Ihre Bildaussage ist, sollte konsequenterweise ein (kleines) Element darauf hinweisen.
Bekannte Elemente der Jahreszeit sind u.a. Schnee und Eis, kahle oder grüne Bäume, Goldregen wie hier im Bild, Osterglocken, braune Herbst Blätter, Segelboote auf dem See, Pilze, Blumen die nur zu einer bestimmten Zeit blühen, Zwetschgendatschi im August, reife Früchte wie Äpfel, reifes Getreide, Aussaat der Bauern, die Größe der Maispflanzen, etc.
Ein Stadtbild aus Wolfratshausen

Bild-Aussage: Ruhig, beschaulich, vor jedem Haus eine Bank, nachbarschaftlich, Gras wächst aus dem Asphalt, kleine Häuser, Blumen, etc.
Besonders deutlich wird die Bildaussage für mich, wenn ich bedenke was es NICHT ist.
- Keine Stadtautobahn direkt vor dem Haus.
- Keine große Menschenmenge beim Einkaufen.
- Keine Hochhäuser,
- Keine Glaspaläste,
- kein Verkehr,
- keine Hektik
New York, Tokyo oder Honkong sehen anders aus.
Einzelbild oder Serie?

Mir geht es oft so: Mit einem einzigen Bild kann ich mich oftmals schlecht ausdrücken. Ein Bild allein, sagt oftmals zu wenig aus. Zu missverständlich in der Aussage. So wie ein einzelnes Wort oder ein Satz allein, oftmals nicht genügt, um mich verständlich zu artikulieren. Beim Reden (verbale Kommunikation) spreche ich dann mehrere Worte bzw. mehrere Sätze, um mich klar und verständlich auszudrücken.
So ist in diesem Bild sehr viel Grün, viele Blätter von Bäumen und Gebüsch, zusammen mit einem kleinen Zeichen der Zivilisation zu sehen. Der Betrachter ist bestimmt verwirrt, weil er den Sinn des Bildes nicht sofort und intuitiv erkennt. Und da das Bild auch nicht besonders spektakulär ist, denkt sich der Betrachter auch nicht: WOW, sensationell, super, etc. und gibt sich damit auch ohne Verständnis des Bildes zufrieden.
Ein zweites Bild dieser Serie macht die Aussage klarer, deutlicher, besser erkennbar:

Dieses Bild hat gewisse Gemeinsamkeiten zum ersten Bild: Wieder sehr viele Blätter. Wieder viel Grün. Wieder ein kleines Zeichen der Zivilisation. Aufgrund der Gemeinsamkeiten, kann der Betrachter besser erkennen was der Fotograf aussagen will.
Wie viele Bilder Sie in einer Serie herzeigen, entscheiden Sie selbst. Irgendwann überschreiten Sie die Grenze, an der der Betrachter schon erkannt hat was Sie sagen wollen und er fängt an sich zu langweilen.

Bei dieser Serie, die ich zusätzlich noch hier im Text erkläre, belasse ich es bei 4 Bildern. Ich denke Sie haben das Prinzip verstanden. Die Überschrift zu dieser Serie hatte ich irgendwann einmal als Wortspiel zu meinem Heimatsort „Wolfratshausen“ sogar „Grünratshausen“ genannt.

Selbst der Ortseingang von Wolfratshausen kann in Grün dargestellt werden.
Mein optischer Eindruck der Stadt, den ich in dieser Serie ausdrücken will, ist auf meinen täglichen Foto Spaziergängen, dass es hier „ganz schön viel Grün“ gibt. Und das auch noch „Mitten in der Stadt“. Das kleine grüne Türmchen im Bild 2, ist die Spitze des Rathauses. Dieser Eindruck ist jedoch höchst individuell. Ganz sicher haben andere Einwohner, einen ganz anderen Eindruck von hier.
Bildaussage mit Licht: Blaulicht oder Grau-Schleier
Es gibt fast kein einziges Fotolehrbuh, welches nicht das Wortspiel: Fotografie ist Zeichnen mit Licht besonders betont. Foto leitet sich vom griechischen Wort phos (Genitiv: photos) ab, was Licht bedeutet (Photonen sind Lichtteilchen). Grafie kommt von graphein, was schreiben, zeichnen oder abbilden bedeutet.
Zusammengesetzt bedeutet es also tatsächlich wörtlich „das Zeichnen oder Schreiben mit Licht“.
eine entscheidende Aussage, oder wie ich gelesen habe: Wir sind lebenslänglich Jäger des Lichtes.
Zwei Beispiele sollen dies verdeutlichen: Das gleiche Motiv, eine langweilige Straßenszene hier in Wolfratshausen. Einmal mit blauem Himmel und einmal mit bedecktem Himmel.
Und um das besser zu verdeutlichen, habe ich den Himmel über den Dächern entfernt.
Wolfratshausen mit Grauschleier

Das Bild im Sonnenschein

Hinweis: Wie bei ALLEN meinen Bildern hier der Hinweis: Sie fotografieren Menschen, Städte, Urlaubsbilder, Landschaftaufnahmen, etc. Sie fotografieren das „richtige Leben“. Alle Elemente die hier im Lexikon stehen sind für Sie nur Beiwerk. Und trotzdem sollten Sie immer beim Blick aufs Display oder durch den Sucher an diese Grundelemente der Bildsprache denken, damit Ihre Bilder aussagekräftiger werden. Hochzeitsbilder mit bedecktem Himmel sind grau und damit problematisch.
Grau oder Blau in Venedig

Ich muss beruflich oft nach Venedig. Und hier ist das Wetter auch nicht immer 100% perfekt. Solche Bilder wie hier, sind kontraproduktiv. Wer nur einen Tag, an diesem Tag, in Venedig ist, macht zwar seine Erinnerungsbilder, aber herzeigen kann man diese nicht.

Dieses Bild ist eher geeignet für den Tourismus Verband der Stadt.
Lokale Aussagen gehen immer!

Motive die immer gehen: Lokale Aktualität. Erzählen Sie anderen mit Ihren Bildern, dass hier in Wolfratshausen heute die Flößer Saison beginnt. Oder dass sie heute endet, und dass das letzte Floß für dieses Jahr die Loisach hinunter nach München fließt. Oder dass heute traditionell der Fußballclub FC Bayern München seinen jährlichen Club Ausflug vornimmt, usw.
Und wenn Sie das Thema wirklich interessiert, machen sie eine kleine Foto Serie woher die Baumstämme kommen, und was am Ende der Saison mit dem Stämmen passiert. Dokumentieren sie die Geschichte dahinter und machen Sie mit ganz wenige Worten (die KI hilft Ihnen gerne und kostenlos bei der Formulierung) eine kleine Foto Serie. Der Betreiber der Floßfahrten hilft Ihnen bestimmt gerne. Denn es ja kostenlose Werbung für Ihn. Und vermutlich kann er nicht so gut Fotografieren wie Sie. Diese Bilderserie ist beliebt bei der lokalen Presse oder der lokalen Facebook Gruppe. Und es hilft Ihnen enorm, als Fotograf bekannt zu werden.